Der doppelt-blinde Fleck


Johari-Fenster
Johari-Fenster
Der "Blinde Fleck" ist vielleicht einigen ein Begriff. Er wird einmal in der Biologie in der Beschreibung des Auges verwendet (eingeschränkter Sehbereich innerhalb des Augapfels an der Austrittsstelle des Sehnervs), andererseits wird er auch in der Sozialspychologie benutzt um den Persönlichkeitsaspekt zu beschreiben, der von der Person selbst nicht registriert wird, wohl aber von anderen wahrgenommen wird. Veranschaulicht wird dies im Schema des Johari-Fensters.

Systemische Aufstellungen sind dafür prädestiniert diesen Blinden Fleck aufzuspüren und dem Fragesteller die Möglichkeit zu geben, diesen ihm bis dahin unbekannten Aspekt zu integrieren. 

Und was, wenn die Lösung der Fragestellung im Bereich des Unbekannten, dem doppelt-blinden Fleck, liegt?
Weder der Betroffene noch das Umfeld haben Zugang zu dieser Information.
In der Aufstellungsarbeit zeigt sich diese Situation, wenn keine Kommunikation mehr möglich ist.

Manchmal können einige Stellvertreter noch untereinander kommunizieren, aber keinen Kontakt zu dem im unbekannten Informationsbereich  Repräsentierenden aufnehmen. Sie können ihn nicht einmal "sehen". Er selbst kann dabei sehr detaillierte Wahrnehmungen über sich und die anderen haben. Er ist wie unter einer Käseglocke. Die Aufstellung bleibt stecken.

Hier kann ein Eingreifen mit transformierender Energiearbeit den Knoten lösen.

Während der Energiearbeit verändert sich für alle Beteiligten die Wahrnehmung, die Kommunikation kann wieder aufgenommen und die Integration kann weiter  vorangetrieben werden.

In der traditionellen Aufstellungsarbeit würde man hier evtl. versuchen einen neuen Aspekt des Themas hinzuzufügen, der die Kommunikation erweitert. Es hat sich für mich aber gezeigt, dass die transformierende Energiearbeit wesentlich schneller zur Sache kommt.

Ich lade Dich herzlich ein einmal vom Blinden zum Sehenden zu werden.

Wandlungsbegleiterin Sigrid Goutal



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